Hangarcam

Heute habe ich ein Projekt abschließen können, das schon länger in Planung war.

Es ging um die Installation einer WebCam um einen im Bau befindlichen Hangar zu dokumentieren. Dazu wurde eine IPCam besorgt und ein Gateway-Rechner, der später den Datentransfer managen soll. Der Gateway-Rechner wurde mit einem Ubuntu 14.04 aufgesetzt und so eingerichtet, dass er beim hochfahren direkt eine OpenVPN-Verbindung mit einem Server in Ravensburg herstellt. Ein kleines Bash-Script sucht die IP-Adresse der Netzwerkkarte und scannt via nmap das Netzwerk nach der Kamera ab. Sobald er diese gefunden hat, startet er einen RSTP-Restream eines niedrig aufgelösten Streams mit hoher Frame-Rate. Zur Dokumentation werden außerdem hochauflösende Bilder benötigt, diese macht die Kamera selbst aus einem hochqualitativen Videostream und lädt sie auf den Gateway-Rechner der hierfür eine Samba-Freigabe zur Verfügung stellt. Der Server in Ravensburg macht Kopien der abgelegten Bilder, bettet das aktuellste in die Homepage ein und macht ebenfalls einen RSTP-Restream „nach draußen“. Damit werden der Livestream und die Bilder verfügbar.

Es werden immer Bilder abgelegt:

  1. 24 Stunden: Ein Bild pro Minute, das jedes mal überschrieben wird
  2. 7-19 Uhr: Ein Bild pro zwei Minuten, die nach Datum und Uhrzeit archiviert werden
  3. 19-7 Uhr: Ein Bild alle 15 Minuten, außerdem Kamera in Infrarot-Modus betreiben

Diese Vorbereitung dauerte länger als gedacht, da das DDNS Modul der Kamera nicht funktionierte und die Einrichtung des Systems aus Kamera und Gateway  für „plug and play“ in beliebigen Netzwerken ausgiebig getestet werden musste.  Auch ein erster Versuch ohne Gateway-Rechner auszukommen schlug auch fehl, da die Daten nicht verschlüsselt übertragen werden konnten. Zur Montage waren nur ein paar Stunden verfügbar – die Software-Seite musste also fertig sein!

Soweit die Theorie – Heute dann die Praxis! Kamera ist stabil montiert, wenn auch etwas abenteuerlich. Die Spax halten sehr gut im Alu und die Verkabelung hat auch ohne Probleme geklappt. Dann der große Moment: Plug and Play? Leider — oder zum Glück — Ja. Alles klappte genau wie gedacht! Auf einer Homepage kann nun entweder das minütliche 5MP-Bild oder der 800×600 Livestream via VLC-Plugin angeschaut werden.

Technisch gesehen war vor allem die IPCam eine echte Enttäuschung. Die Camera – eine Vivotek IP8374 – für schlappe 800€ konnte weder zuverlässig DDNS updaten, noch funktionierte die vom Hersteller angegebene live100.net DDNS Seite (Time Out!). Der Fokus musste wegen ein paar Ästen im Bild „von Hand“ gemacht werden, also via Einzelklicks im Browser – Ein Unding, dass weder auf Windows 7 (Chrome, Firefox) oder Arch Linux (Chromium, Firefox) oder auch Ubuntu 14.04 (Firefox) die Voransicht des Bildes via Quicktime funktioniert. Generell funktioniert in dem Web-Interface fast gar nichts, da alles QuickTime benötigt, welches zumindest in meiner 7.7.6 Version mit dem Gerät nicht ordentlich klarkommt. Für ein Gerät für den Preis eine schwache Leistung der Firmware.

Der Fokus lässt sich passabel einstellen, indem via VLC den RSTP-Stream der Kamera öffnet, und dann so lange verstellt, bis das Bild scharf ist. Achtung: Der RSTP-Stream hat einige Sekunden Verzögerung, also nicht zu schnell am Fokus spielen.

 

Hier noch ein paar Bilder der Aktion von heute!

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